64 : 39
Ein Hausarzt in Southampton hat ein Experiment gemacht. Patienten mit denselben Beschwerden bekamen von ihm einen von zwei Sätzen. Die einen hörten: „In ein paar Tagen geht es Ihnen besser.“ Die anderen: „Ich weiß nicht genau, was Ihnen fehlt.“ Sonst tat er nichts. Kein Rezept, keine Behandlung.
Von den ersten ging es 64 von 100 nach zwei Wochen besser. Von den anderen 39.
Ein Satz. Das ist kein Zaubertrick, das ist Biologie. Dein Gehirn stellt bei allem, was passiert, eine einzige Frage: Bin ich sicher? Und Dein Körper antwortet darauf, sofort. Mit Herzschlag, Magen, Muskeln, Schlaf.
Zuständig dafür ist meine gute Freundin Amy, die Amygdala. Sie ist uralt, blitzschnell und meint es gut mit Dir. Nur eines kann sie nicht: zwischen Säbelzahntiger und Steuerbescheid unterscheiden. Bei mir reicht ein Brief vom Finanzamt, und schon drückt der Magen. Kennst Du das?
Solange Amy Dauer-Alarm gibt, verbraucht Dein Körper Kraft fürs Kämpfen. Die fehlt ihm dann woanders, zum Beispiel beim Erholen und Regenerieren. Bringst Du ihr bei, dass gerade kein Tiger im Raum ist, wird diese Kraft frei. Dein Körper darf wieder das tun, was er am besten kann: für Dich sorgen.
Damit das klar ist: „Der Körper folgt dem Gedanken“ heißt nicht, dass Du an irgendetwas schuld bist. Es heißt, dass Du einen Hebel in der Hand hast. Und ich zeige Dir, wo er sitzt.